Selbstwertgefühl und Zukunftsperspektiven gegen Sucht

Verschiedene Drogen

Nicht nur Schüler, sondern auch Lehrer müssen stets dazulernen. „Wie erkenne ich die Suchtgefahr bei Schülern“ und „Wie soll ich Schüler darauf ansprechen, ohne dass diese sich bedrängt fühlen“? Diese Fragen standen beim Studientag „Suchtprävention“ im Fokus der Fortbildung. Selbstvertrauen aufbauen und realistische Zukunftsperspektiven bieten, das sind große Hilfen, die Lehrer anbieten können.

Beim Studientag "Suchtprävention" der BBS Alzey

„Es geht darum, nicht mit erhobenem Finger zu urteilen, dass jemand Drogen nimmt, sondern zu verstehen, weshalb Schüler in eine Sucht geraten und um ihnen besser helfen zu können“, erklärt Katja Peter, die Beauftragte für Suchtprävention an der BBS.

Am diesjährigen Studientag der Lehrer stand das Thema Suchtgefahr und -prävention im Fokus der Workshops, Diskussionen und Vorträge hochkarätiger Experten. Dazu gehörte Herr Diakon Dr. Dr. Andreas Bell vom Erzbistum Köln. „Sucht von innen gesehen“ hieß seine Einführung, in der der Chemiker, Therapeut und Theologe bildlich darstellte, wie sich jemand fühlt, der süchtig ist – süchtig im Sinne von einer inneren Leere, die besetzt werden muss. „Ohne Selbstvertrauen und ein Selbstwertgefühl, ohne realistische Zukunftschancen und die Fähigkeit eigene Probleme zulösen, ist es wahrscheinlicher, dass Jugendliche in eine Sucht hineinrutschen“, so der Experte. Genau hier können und müssen Lehrkräfte ansetzen und Kompetenzen ihrer Schüler wahrnehmen, loben und fördern.

Beim Workshop von Diplom-Pädagoge Christian Haacke vom Caritasverband ging es um die motivierende Gesprächsführung mit Suchtgefährdeten oder bereits Suchtkranken: „Soll ich den oder die Jugendliche/n auf seinen oder ihren Konsum ansprechen? Und wenn ja: Wie mache ich das?“ Methoden, um mit Schülern präventiv an das Thema heranzugehen, wusste Kerstin Öhl vom Regionalen Arbeitskreis Suchtprävention Rheinland-Pfalz. Julian Oechsle mit seinen Kollegen Daniela Steuerwald sowie André Kiefer von der Polizeistelle Alzey und Diplom-Sozialpädagogin Kristina Friedel-Linzenmeyer von „FreD“ (Frühintervention bei erstauffälligen Drogenkonsumenten, Jugend- und Drogenberatung Alzey) stellten „legal highs“ und andere aktuelle Jugenddrogen mitsamt deren Wirkung und Gefahr vor.

Die Fachärzte für Psychiatrie & Psychotherapie Prof. Dr. Markus Steffens (Chefarzt an der RFK Alzey) und Dr. Dominik Volk erklärten, wie man Alkoholsucht erkennen kann und welche Interventionsstrategien es gibt. „Für eine Veränderung braucht es immer die eigene Einsicht“ – da sind sich die Experten einig. Lehrkräfte können dabei präventiv vorgehen, ihre Schüler als Menschen stärken und Hilfestellungen leisten.

Besonderer Dank aller Lehrkräfte gilt dem Orga-Team Frau Henrich, Frau Peter, Herrn Papoutsakis und Herrn Manstein.